Betrüger drohen 10 Jahre Haft

Betrüger drohen 10 Jahre Haft

Erich SCHÖNAUER – Printausgabe vom 19.03.1987 – Kurier |


Verhafteter Trabrennstallbesitzer wird Ende der Woche von Salzburg nach Wien überstellt

Der 39jährige Großbetrüger Franz Lettmüller, der als Finanzbuchhalter eines Papierkonzerns in Wien-Floridsdorf fast 100 Millionen Schilling unterschlug, wird nun von der Wirtschaftspolizei wegen Verdachts der Untreue angezeigt. Es droht ihm eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren. Ein Großteil der wertvollen Pferde wurde bereits beschlagnahmt.

Der Millionenbetrüger, der in Salzburg nach einem Hinweis einer Wiener Detektivagentur kurz vor seiner Flucht in das Ausland verhaftet wurde, wird Ende dieser Woche in das Wiener Landesgericht überstellt. Wie die bisherigen Nachforschungen der Wirtschaftspolizei ergaben, dürfte der Prokurist die Manipulationen in der Buchhaltung alleine durchgeführt haben. Ein Kriminalbeamter: „Es ist eher unwahrscheinlich, daß Franz Lettmüller Mittäter in der Firma gehabt hat.“ Trotzdem wurden, wie berichtet, zwei Direktoren zum Rücktritt gezwungen. Die Wirtschaftspolizei versucht nun durch Überprüfung von Bankkonten und Öffnung von Safes Klarheit in den Finanz-Dschungel des hemmungslosen Verschwenders zu bringen. Untersucht wird auch die Finanzierung seiner Trabrennställe und seiner privaten Liegenschaften.

In Schäffern in der Steiermark besitzt Franz Lettmüller eine Luxusvilla, die auf einen Wert von fünf Millionen Schilling geschätzt wird. Er hatte dort gleich sechs Fernsehapparate für seine Gattin und seine drei Kinder gekauft.

In Punitz im Burgenland baute er für seine Frau einen Reitstall um fast 20 Millionen Schilling. Einer der Ortsbewohner: „Wenn Herr Lettmüller kam, war es immer so, wie wenn der Landesfürst seine Besitzungen besucht.“

Die geschädigte Firma versucht nun einen Großteil der noch vorhandenen Sachwerte sicherzustellen. Mit der Beschlagnahmung der Rennpferde in Salzburg und im Burgenland wurde bereits begonnen.

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