Wegen dieser Kellnerin musste das Sacher schließen

08.02.2012 – Heute |


Neun Angestellte verkauften im „Sacher Eck’“ Kaffee und Torten auf eigene Rechnung. Als eine Detektivin aufdeckte, dass viele Konsumationen nicht boniert wurden, kündigte Chefin Gürtler die Verdächtigen und schloss zwei Tage den Betrieb. Dienstag stand Kellnerin Monika S. vor Gericht.

Die Melange ist der Klassiker im Café – neun Kellner im „Sacher Eck’“, Teilbetrieb des Wiener Nobelhotels in der Kärntner Straße, waren aber eher auf „schwarzen“ Kaffee spezialisiert. Mehr als ein Jahr lang haben sie in die eigene Tasche gearbeitet. Das System: Die Angestellten bonierten nicht alle Produkte, die sie von der Schank abholten. Aber bei den Gästen kassierten sie immer voll ab – und fetteten damit ihr Einkommen täglich um bis zu 70 Euro auf. Gesamtschaden: knapp 100.000 Euro.

Wegen Kellnerin Monika S. (34) flog der Schwindel auf. Obwohl verboten, besuchte sie mit ihrer Familie das „Sacher Eck’“. Als die hauseigene Detektivin ins Lokal kam, verschwand Monika S. auffallend hastig. Die Schnüfflerin warf einen Blick ins Verrechnungssystem – und fand prompt keinen Beleg fürs familiäre Kaffeekränzchen. Misstrauisch überprüfte sie auch andere Tische und sah: Im „Sacher Eck’“ wurde viel mehr konsumiert als boniert und offiziell kassiert.

Die Folge: Chefin Elisabeth Gürtler kündigte alle Beteiligten und musste zwei Tage zusperren. Die neun Kellner ersparten sich einen Prozess, weil sie den Schaden reuig beglichen haben. In ihren Geständnissen belasteten sie aber auch Kollegin Monika S. als Mitwisserin. Die bekannte sich Dienstag vor Gericht „nicht schuldig“. Prozess vertagt.