Sacher-Kellnerin droht Haftstrafe

Printausgabe vom 07.02.2012 – Österreich |


12 Mitarbeiter kauften sich vom Prozess frei

Geld-Krimi ums Sacher Eck: Zwölf Mitarbeiter haben vor dem Prozess gut verhandelt.

City. Die für Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler nicht gerade PR-fördernde (Vor-)Geschichte sorgte im Herbst für Furore: Die Hotelbetreiberin ließ eine Detektivkanzlei wochenlang gegen ihre eigenen Mitarbeiter des “Sacher Ecks” ermitteln. Der Verdacht stellte sich schließlich als begründet heraus – offenbar alle Mitarbeiter dürften schon länger illegal und kräftig Geld aus der Kassa abgezweigt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sacher-Chefin Gürtler reagierte beinhart: Alle 13 Beteiligten wurden gefeuert und angezeigt. Vier Monate danach jetzt die Überraschung: Von den mutmaßlichen Kaffeehaus­Gaunern steht nur eine einzige Frau vor Gericht: Monika S., die bis heute eisern alle Vorwürfe bestreitet und sich nun wegen Untreue verantworten muss. Da es sich beim finanziellen Schaden um einen Betrag jenseits der 3.000 (aber weniger als 50.000) Euro handelt, drohen ihr bis zu drei Jahre Haft.

Kosten. Die zwölf übrigen Kollegen waren geständig und mit ihrer Strategie offensichtlich besser dran: Sie zahlten die unterschlagenen Summen von bis zu 13.000 Euro pro Kopf und Nase zurück – worauf die Verfahren gegen sie wegen tätiger Reue zurückgestellt wurden. Allerdings mussten die Verdächtigen mehr Geld zahlen als sie auf die Seite geräumt hatten: Gürtler verrechnete auch die Kosten für den Detektiveinsatz …