Mit „Kassenbon-Trick’“ in einem Nobelhotel die Chefs betrogen

Erich SCHÖNAUER – Printausgabe vom 19.06.1996 – Kronen Zeitung |


Mit einem „Kassenbon-Trick“ soll ein Kellner eines Wiener Nobelhotels vermutlich pro Tag zwischen 500 und 1000 Schilling in die eigene Tasche kassiert haben. Durch verstärkte hausinterne Kontrollen konnte der untreue Mitarbeiter entlarvt werden. Gäste kamen durch diese Manipulationen nicht zu Schaden.

Statt Rechnungsbons, die meist Touristen auf dem Tisch beim Weggehen liegen ließen, gleich zu vernichten, soll der Kellner diese aufgehoben haben. Er verwendete sie angeblich beim nächsten Gast weiter. Wenn jemand wieder das gleiche bestellte, legte der mutmaßliche Betrüger eine dieser alten Rechnungen auf den Tisch und steckte das Geld in die eigene Tasche, statt den Betrag in der Kassa einzutippen und abzurechnen.

Nachdem der Schwindel, aufgeflogen war, wurde die Kriminalpolizei Innere Stadt eingeschaltet. Der 56jähriger Kellner, der seit Jahrzehnten in dem Hotelbetrieb beschäftigt war, legte ein Geständnis ab und wurde bei Gericht angezeigt. Ob er Komplicen gehabt hat, ist noch ungeklärt.

Bei dem aufgeflogenen Schwindel im Wiener Innenstadt-Hotel soll der Mitarbeiter manchmal pro Schicht zwischen 500 und 1000 Schilling in die eigene Tasche gesteckt haben. Der Fall wird Konsequenzen haben. Wenn noch anderes Personal bei den·Machenschaften mitspielte, soll es ausgetauscht werden. Der geständige Kellner, der den angerichteten Schaden ersetzen will, wird sich im Landesgericht vor Richter Mag. Gerhard Szaal wegen Veruntreuung verantworten müssen.